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Plakatkunst

Die Plakatkunst ist seit den frühesten Anfängen im 19. Jahrhundert ein stets beachtetes und vieldiskutiertes Teilgebiet der Druck- bzw. Gebrauchsgraphik und nach wie vor ein wichtiger Zweig der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Das künstlerische Plakat leitet sich vom illustrierten Flugblatt ab. Das Plakat stand und steht im Dienste merkantiler und politischer Kräfte, und die Anforderungen der Auftraggeber - Industrie, Handel, Film, Theater, Parteien oder andere gesellschaftliche Organisationen - nehmen großen Einfluss auf die künstlerische Gestaltung. Die Plakate beziehen sich auf vielfältige Themen und Anlässe, von der

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Limitierte Auflage eines Plakats von Jean Dupas (1928)

Produktwerbung über Ausstellungs- und Veranstaltungsankündigungen bis zum politischen Plakat. Es wird deutlich, dass Plakate nicht nur Medium der Werbung oder Veranstaltungsinformation sind, sondern ein facettenreicher Spiegel der Gesellschaft ihrer Zeit. Gerade durch die Zweckgebundenheit spiegelt die Gebrauchsgraphik wie keine andere Form der Malerei das Alltagsleben des modernen Menschen im 20. Jahrhundert in all seinen Facetten. An ihr lassen sich ökonomische, politische, kulturelle oder soziale Veränderungen wie durch ein Brennglas beobachten. Ein Plakat musste preiswert sein, und das Design musste den Betrachter gefangen halten, bis er den Text gelesen hatte. Das Plakat konnte auch ohne Text eine Botschaft vermitteln, seine ästhetischen Reize waren sehr ausdrucksstark. Auch wird in der Plakatkunst die komplizierte und vielschichtige soziologische und politische Entwicklung Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eindringliche Weise für den heutigen Betrachter wieder lebendig und leichter verständlich.

Die Anfänge des öffentlich angeschlagenen Bildplakats, wie es uns heute vertraut ist, reichen nicht weiter als in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Erst damals waren die technischen Voraussetzungen einer preisgünstigen Papierherstellung und der lithographischen Drucktechnik gegeben. Vor allem aber führten die gesellschaftlichen Veränderungen zu einer Verschärfung des Konkurrenzdrucks, der die Entwicklung des Plakats beschleunigte. Das künstlerisch gestaltete Plakat entwickelte sich erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, und zwar in Paris, wo auch die kulturellen Voraussetzungen dazu gegeben waren. 1896 schließlich griff die Plakatbegeisterung auf die übrigen europäischen Länder und die USA über und brachte viele Künstler dazu, sich mit diesem Medium zu befassen.

Robert Delaunay und seine Frau Sonia hatten einen gewichtigen Anteil an der avantgardistischen Pariser Kunstszene vor dem Ersten Weltkrieg. Unter dem Einfluss der kubistischen Arbeiten eines Picasso, Braque, Juan Gris und Fernand Leger malte Delaunay Bilder von Paris. Anderer bekannte Maler, dessen Stil von der Art Deco beeinflusst war, waren Fernand Leger, Otto Dix, Christiona Schaad, Henri Matisse und Raoul Dufy. Matisse Interesse lag bei exotischen Themen, Marokko war seine Inspiration. Die polnische Malerin Tamara de Lempicka, war eine typische Art Deco Malerin, ihre Frauenporträts erscheinen in greller vulgärer Farbe.


Die besten Plakate konnten es mit den besten Gemälden aufnehmen, dies war besonders im Art Deco der Fall. Die bildenden Künstler interessierten sich immer mehr für die Plakat Kunst und auch die abstrakte Kunst hatte viele Designer die Vorzüge einer klaren Form gelehrt. Bekannte Plakatdesigner waren Josef Fenneker, Paul Leni, Ludwig Kainer, Paul Colin, Edward McKnight Kauffer, Rockwell Kent und Cassandre, sie konnten das Neue ihrer Zeit stilisieren. Es wurden außergewöhnliche Werbeplakate für Staatsbahnen, Luxusschiffe, Automobile, Flugzeuge und Konsumprodukte geschaffen. Die Plakate wenden in der Hauptsache an die wohlhabende Bevölkerung, die allen Verlockungen des modernen Lebens nachgingen, man soll sich mit einem bestimmten Menschentyp identifizierte.

Der elegant bis dandyhaft gekleidete Herr und die vornehm, lasziv-erotische Frau.

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Bereits vor dem ersten Weltkrieg hatten zahlreiche Lokale, Bars und Kabaretts mit künstlerisch anspruchsvollen Plakaten für sich geworben. Nach 1918 wurde diese Tradition aufgenommen und bis um 1930 erfolgreich fortgeführt. Eine Gruppe zeichnerisch besonders begabter Gebrauchsgraphiker hatte sich auf dieses Genre spezialisiert. Ihre Darstellungen Nachtlebens zeigen die Ausschweifungen der "Oberen Zehntausend".

Die Plakatkunst im 20. Jahrhundert war es, die uns heute noch das existierende Bild des eleganten Expressliners schuf. Von den pompösen Schiffsriesen der Jahrhundertwende, welche noch im Stile der klassischen Schlossbauarchitektur verhaftet blieben entwickelte sich unter technischen und ästhetischen Punkten ein eigener Stil, der durch überlegte und klare Grafik beeindruckt. Durch den Versuch der Vermittlung gegenüber dem Zielpublikum entstanden einige großartige Plakate, welche auf keiner Fläche den ganzen Mythos eines Expressdampfers konzentrieren.

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Bauhaus Typographie und Reklame

In den ersten Jahren des Weimarer Bauhauses spielte die Typographie noch keine zentrale Rolle. 1923 wurde die Neue Typographie am Bauhaus eingeführt. Die Verbindung von Schrift und Photographie wurde "Typofoto" genannt. Durch vereinfachte Orthographie, insbesondere der Kleinschreibung entstand schon bald eine individuelle künstlerische Handschrift. Schon bald sollte eine Druck- und Reklamewerkstatt entstehen. Durch die neuen Techniken entstanden Montagen die die Visionen, der Perspektive zur Gestaltung, in avantgardistische, elementare aufmerksamkeitserregende, dreidimensionale Druckschriften, unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse aus der Werbepsychologie zum Ausdruck brachten.
Wichtige Vertreter waren: Laszlo Moholy-Nagys, Herbert Bayer, Joost Schmidt, Otto Rittweger, Jindrich Koch, Alexander Schawinsky.


Josef Binder (1898-1972) ist der große Erneuerer der Plakatkunst und Begründer der Logokultur in Österreich

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"Ich wollte kein zweitklassiger Picasso sein, sondern ein Plakatkünstler erster Güte." Mit diesen Worten erinnert sich Josef Binder an die Zeit seiner Ausbildung im Wien der 20er Jahre. Dass ihm das gelungen ist, steht außer Zweifel. Auch wenn sein Name vielleicht nicht jedem geläufig ist, seine Plakatsujets und Firmenlogos haben ein Stück österreichische Warenwelt geprägt, die heute noch fortlebt.

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